18. Dezember 2017
30. Kislev 5778

Buchempfehlung

buch_coverr

Rabbiner Jonah Sievers

G'ttesdienste in der Winterzeit

Erew Schabbat: 18.00 Uhr
Schabbat Morgen: 9.30 Uhr

Liebe Beterinnen und Beter,

das vergangene Jahr verging wieder wie im Flug. Es war ein ereignisreiches Jahr, welches uns leider nicht viel Anlass zur Hoffnung gibt, dass die Spannungen, die die Welt, insbesondere die jüdische Welt, im Moment durchziehen, im kommenden Jahr weniger werden könnten. Es scheint mir, dass viele von uns etwas gehetzt die Hohen Feiertage begehen werden.

Viele der Probleme, die uns Sorgen bereiten, können wir als Einzelne nicht direkt beeinflussen. Aber so sind es doch viele Einzelpersonen, die gemeinsam etwas bewirken können. Dies ist aber erst dann besonders wirksam, wenn wir mit uns, dem Ewigen und unserer Umwelt im Reinen sind. Deshalb ist es für jeden von uns wichtig, sich in den kommenden Tagen mit uns selbst zu beschäftigen, mit uns selbst ins Reine zu kommen, unsere Balance zu finden.

Die besondere Mitzvah zu Rosch HaSchana ist das Schofar, dessen eigentümlicher Ton uns zur Umkehr aufrufen soll, zu hören und nicht wie man vielleicht meinen könnte zu blasen.

Es ist eine weitverbreitete Meinung, dass Hören, dass Zuhören etwas Passives sei. Dem möchte ich mit allem Nachdruck widersprechen. Hören ist eine Aktivität. Jemandem zuzuhören erfordert unsere ganze Aufmerksamkeit. In sich hineinzuhören ist nicht minder anstrengend. Es ist vielleicht noch anstrengender, noch fordernder, als jemand anderem zu folgen.
Wir müssen insbesondere gegen eine unserer größten Fertigkeiten als Menschen aktiv ankämpfen: der Verdrängung. Das ist bisweilen unangenehm, ja schmerzhaft, aber unabdingbar. Denn die Aussöhnung mit G’tt setzt die Aussöhnung mit uns selbst voraus. Ich hoffe, dass wir alle in den kommenden Tagen die Kraft haben, in uns zu hören, um zu erkennen, was wir besser machen können.

Ich wünsche Ihnen ein schönes, erfolgreiches und gebenschtes Jahr 5778.

Ihr
Jonah Sievers